Stressverstärker: Sich selbst Stress machen

Sich selbst Stress machen? Das ist weit verbreitet!

In diesem Artikel zeige ich dir, wie sich viele Menschen selbst stressen. Und du lernst, wie du das vermeidest. Bleib dran, diese praktischen Tipps lohnen sich!

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Einleitung

Stressverstärker lösen eine Stressreaktion aus und verstärken diese. Jede Person hat eigene Motive, Einstellungen und Bewertungen. Diese können für eine Verstärkung des Stress-Levels sorgen.

Dieser Artikel behandelt Denkmuster und Werte, die den Stress verstärken. Am Ende folgen Fragen, mit denen du sofort prüfen kannst, ob der Stress bei dir eher von außen oder innen kommt.

Stress entsteht großteils im Kopf

Stress entsteht im Kopf

Situationen und Anforderungen werden von jedem unterschiedlich wahrgenommen.

Jeder Mensch hat seine eigene Sichtweise der Realität. Die Wahrnehmung ist subjektiv.

Durch eigene Einstellungen, Erwartungen, Erfahrungen und Meinungen wird die Wahrnehmung der Welt gefiltert und verzerrt.

Ob Stress entsteht, hängt auch davon ab, ob mehr Positives oder Negatives wahrgenommen wird.

Risiken, Defizite, Sorgen und Grübeleien sind negativ. Sie verstärken den Stress. Hingegen sind Chancen, Stärken und Hoffnungen positiv.

Sich selbst Stress machen: Eigene Bewertungen

Der eigene Stress kann im Wesentlichen auf zwei Arten verstärkt werden:

  • Eigene Motive und Ziele werden als gefährdet angesehen
  • Eigene Fähigkeiten werden als ungenügend eingestuft

Bei letztgenanntem gibt es zwei Möglichkeiten: Die Anforderungen können wirklich zu hoch sein und die eigenen Möglichkeiten übersteigen. Oder die eigenen Denkmuster sind ein Stressverstärker. Dann wirkt die Situation bedrohlicher, als sie eigentlich ist und es kommt zu einer Stressreaktion.

Stressverstärker: Stressende Denkmuster

Es gibt verschiedene Denkmuster, die den Stress verstärken. Hier sind vier populäre Beispiele:

Realität nicht akzeptieren: Die Realität wird verleugnet oder gar ausgeblendet. Eine typische Aussage ist: „Das gibt es doch nicht!“ Auch kann es zu einer verzerrten Wahrnehmung der Realität kommen.

Persönlich nehmen: Die betroffene Person nimmt das Verhalten einer anderen Person sehr persönlich. Das kann auch vorkommen, wenn das Verhalten gar nicht als Kritik oder als Angriff gemeint war. Dadurch fühlt sie sich angegriffen, beleidigt oder missachtet.

Auf Negatives schauen: Hierbei wird alles Positive ausgeblendet. Die Folge ist, dass die Wahrnehmung der Welt negativ ist. So wird die eigene Wahrnehmung nur auf Probleme, Sorgen, Krisen und Kriege gelenkt. Positive Dinge wie Frieden, Erfolge, Chancen und Hoffnungen werden nicht mehr gesehen.

Negative Auswirkungen ausmalen: Die eigene Aufmerksamkeit wird auf Fehlschläge und deren Auswirkungen gelenkt. Die betroffene Person sieht in vielen Situationen eine hohe Wahrscheinlichkeit zum Scheitern. Sie malt sich sehr negative Konsequenzen aus.

Die Folge dieser Denkmuster ist: Sich selber Stress machen.

Stressverstärker: Stressende Werte

Neben bestimmten Denkmustern können auch eigene Werte zum Stressverstärker werden. Dazu gehören:

  • Leistung
  • Beliebtheit
  • Unabhängigkeit
  • Kontrolle

Diese Werte an sich sind völlig Okay. Sie sind bei jedem von uns vorhanden, aber unterschiedlich stark ausgeprägt.

Jedoch steigt die Anfälligkeit für Stress, wenn die Werte zum Zwang werden. Die Balance ist entscheidend. Bei einer zu starken Übertreibung der Werte kann es zu Überforderung, Erschöpfung und Arbeitssucht kommen. Auch ein Burnout und andere Erkrankungen sind möglich.

Gut zu erkennen sind stressende Werte an der Formulierung „Ich muss …“. Damit werden die Werte zum Zwang erhoben. Wenn ein Wert als bedrohen angesehen wird, kommt es automatisch zu Unzufriedenheit und Stress.

Häufig auftretende Werte

Leistung und Perfektion: Der Betroffene will alles perfekt machen. Dabei definiert sie oder er sich durch die erbrachte Leistung. Problematisch ist es vor allem, wenn der Zwang nach Leistung und Perfektion auf die Freizeit übertragen wird. Mögliche Aussagen: „Ich muss perfekt sein“ oder „Ich muss Leistung bringen“.

Beliebtheit: Die betroffene Person möchte es allen Recht machen. Sie hat eine übergroße Hilfsbereitschaft. Sie empfindet andere Personen wichtiger als sich selbst. Dahinter stecht der Wunsch, bei allen beliebt zu sein. Beispielsweise sagt die Person „Ich muss dazugehören“ oder „Ich muss beliebt sein“.

Unabhängigkeit: Bei diesem Wert steht der Wunsch nach Unabhängigkeit, Autonomie und Selbstbestimmung im Vordergrund. Das Delegieren von Aufgaben an andere Personen wird vermieden. Ebenfalls gemieden wird die Unterstützung durch andere.

Diese Person muss alles selbst erledigen, um sich gut zu fühlen. Typische Aussagen sind „Ich muss unabhängig sein“ oder „Ich muss alles selbst bestimmen“.

Kontrolle: Hier möchte die Person alles selbst unter Kontrolle haben. Fehler werden nicht toleriert, Aufgaben nicht delegiert. Bei Störungen ist die Person ungeduldig und gereizt. Zudem fällt die Entspannung schwer, da das Loslassen kaum oder gar nicht möglich ist.

Hinter all dem steht der Wunsch nach Sicherheit und Kontrolle. Eine mögliche Ursache ist fehlendes Vertrauen in andere Menschen. Eine charakteristische Aussage ist „Ich muss alles unter Kontrolle haben“.

Schnelligkeit: In unserer modernen, schnelllebigen Leistungsgesellschaft ist für viele Menschen ein hohes Tempo wichtig. Sie arbeiten so schnell wie möglich. Manche versuchen, ihre Kollegen und Mitmenschen in Sachen Arbeitstempo zu übertrumpfen. Sie denken, dass sie schnell und unaufhaltbar sein müssen.

Die Nachteile sind jedoch Ungeduld, Hektik und innere Unruhe. Wenn dann noch Multitasking hinzukommt, geht der Überblick über die Aufgaben schnell verloren. Ein typischer Satz ist „Ich muss schnell sein“.

Abhilfe bei stressenden Werten

Wie du siehst, deutet die Formulierung „Ich muss …“ auf stressende Werte hin. Versuche doch einmal, die Sätze anders zu formulieren. Verwende Sätze mit „Ich will …“ oder „Ich möchte …“. Dadurch werden die Werte nicht mehr zum Zwang erhoben. Damit sinkt der Druck, den du dir selber machst. Der Stress wird weniger. Die Gelassenheit nimmt zu.

Natürlich geht das nicht von heute auf morgen. Wenn du jedoch ein Bewusstsein für deine Sprache entwickelst und bewusst auf Formulieren mit „Ich muss …“ verzichtest, hast du schon viel gewonnen.

Stress von innen und außen

Stress von innen und außen

Stress kann sowohl von innen als auch von außen kommen.

Von außen kommt er, wenn beispielsweise die Anforderungen zu hoch sind. Auch zu viele Aufgaben und eine mangelhafte Organisation können für Stress sorgen. Eine schlechte Kommunikation ist ebenfalls ein Beispiel dafür.

Von innen kommt der Stress, wenn Denkmuster oder Werte vorliegen, die den Stress verstärken. Hier gilt es, den eigenen Anteil am Stress zu erkennen und sich damit auseinanderzusetzen.

Wenn du deine Stressverstärker erkennst, kannst du gezielt an ihnen arbeiten. So beseitigst du sie.

Tipp: Selbstreflexion

Selbstreflexion

Um zu erkennen, ob bei dir Stress verstärkende Denkmuster oder Werte vorliegen, stelle dir die folgenden Fragen:

  • Womit setze ich mich selbst unter Stress?
  • Womit setzen mich andere Personen unter Stress?
  • Woher kommt der Stress? Von außen oder von innen?
  • Kann ich eines der Stress verstärkenden Denkmuster oder Werte bei mir beobachten? Wenn ja, welches?
  • Wie kann ich meine Einstellung verbessern, um gelassener zu werden?

Fazit

Du siehst: Sich selbst Stress machen ist weit verbreitet!

Wie siehst es bei dir aus? Schreibe gerne einen Kommentar!

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