Stressreaktion: Anzeichen für Stress (Symptome)

Die Reaktion auf Stress ist individuell. Sie ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Trotzdem gibt es eine große Anzahl von typischen Reaktion auf Stress. Dabei ist Stress eine Reaktion auf gefährliche und ungewohnte Situationen. Deshalb reagiert unser Körper mit einer Reihe von Veränderungen. Es lohnt sich, die Anzeichen für Stress zu kennen, um gezielt gegensteuern zu können.

In diesem Artikel stelle ich sowohl die körperlichen Anzeichen für Stress, als auch die psychischen Anzeichen für Stress vor. Denn Stress hat Auswirkungen auf Körper und Psyche.

Anzeichen für Stress: Allgemeines

Die Stressreaktion dient dazu, den Überblick über die Lage zu behalten. In gefährlichen Situationen wird so das Überleben gesichert. Denn in Lebensgefährlichen Situationen bleibt keine Zeit für eine bewusste Einschätzung der Lage. Hier zählt jede Sekunde.

Bei einer Stressreaktion gerät das Nervensystem aus der Balance. Das innere Gleichgewicht ist somit gestört. Ausgelöst wird die Stressreaktion übrigens von den sogenannten Stressoren. Die Hormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol werden ausgeschüttet. Dadurch sind wir augenblicklich hellwach und auf die mögliche Gefahr vorbereitet. Das eigene Überleben wird durch die Anpassung sichergestellt.

Säbelzahntiger
Säbelzahntiger (Pixabay: terimakasih0)

Auf die mögliche Gefahr können wir mit Angriff, Flucht oder Erstarrung reagieren. In unserer Vergangenheit waren das gefährliche Tiere wie der Säbelzahntiger. Heutzutage sind gefährliche Situationen selten geworden. Trotzdem ist die Reaktion des Körpers gleich geblieben, da die Evolution nur sehr langsam vonstatten geht.

Die Stressreaktion läuft automatisiert und unbewusst ab. Sie kann von uns nicht direkt willentlich beeinflusst werden. Bei nachträglicher Betrachtung erscheint die Stressreaktion oft übertrieben und unangemessen. Moderne Auslöser für Stress wie Zeitdruck sind objektiv betrachtet ungefährlich. Sie sind im Gegensatz zum Säbelzahntiger nicht lebensbedrohlich. Objektiv betrachtet geht es uns in Deutschland sehr gut. Trotzdem fühlen sich viele von uns oft oder gar dauerhaft gestresst.

Körperliche Anzeichen für Stress

Alles, was gerade nicht wichtig zum Überleben ist, wird zurückgefahren. Dazu gehören die Regeneration unseres Körpers, die Verdauung, der Appetit und die Libido. Teile des Gehirns werden blockiert, da Nachdenken in gefährlichen Situationen eher hinderlich als förderlich ist. Hier ein Überblick über die körperlichen Anzeichen für Stress:

Atmung

Bei Stress dominiert eine flache und schnelle Brustatmung. Die Folge ist eine bessere Versorgung des Körpers mit Sauerstoff, um den erhöhten Bedarf zu decken.

Erschöpfung

Bei einer kurzfristigen Stressreaktion sind wir hellwach. Bei chronischem Stress schlägt das jedoch zu körperlicher Erschöpfung, Müdigkeit und Schlaflosigkeit um. Der Körper ist ausgelaugt, da er das erhöhte Energie-Niveau nicht dauerhaft aufrecht erhalten kann.

Gehirn

Gehirn als Anzeichen für Stress

Die Durchblutung wird angeregt. Das sorgt für eine gesteigerte Aktivität des Gehirns. Gleichzeitig sind die Sinne nach außen gerichtet. Somit ist die Wahrnehmung von Gefahren verbessert. Als Folge kann nicht mehr so gut auf Erinnerungen zurückgegriffen werden.

Haut

Der Körper produziert mehr Energie. Somit steigt die Temperatur des Körpers. Die überschüssige Wärme wird über die Haut abgegeben. Deshalb fängt der Körper an zu schwitzen. Ein Wärmegefühl entsteht. Neben feuchten Händen sind auch gerötete Wangen eine typische Reaktion.

Herz-Kreislauf

Der Herzschlag wird schneller und kräftiger. Das Schlagvolumen des Herzens steigt. Folglich findet eine bessere Durchblutung statt und der Blutdruck steigt. Auch wird das Blut umverteilt. Das Herz, das Gehirn und die großen Muskelgruppen des Körpers werden besser mit Blut versorgt. Die Haut, Hände, Füße und Verdauung werden weniger gut durchblutet.

Immunsystem

Im Blut werden sogenannte Killerzellen freigesetzt. Dadurch können Fremdkörper unschädlich gemacht werden, die über eventuelle Wunden in den Körper gelangen. Bei chronischem Stress ist das Immunsystem durch die Dauerbelastung geschwächt. Infolge kommt es häufiger zu Erkältungen und Infekten.

Muskulatur

Bei Stress erhöht sich die Muskelspannung. Die Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff ist gesteigert. Die Blutgefäße der Muskeln weiten sich. Bei dauerhaftem bzw. chronischen Stress werden aus der Anspannung der Muskeln Verspannungen. Dies macht sich vor allem im Rücken, Nacken und den Schultern bemerkbar.

Schmerz

Bei kurzfristigem Stress ist die Empfindlichkeit gegenüber Schmerzen reduziert. Bei chronischem Stress kann jedoch auch das Gegenteil der Fall sein. Dann können Schmerzen besonders intensiv wahrgenommen werden. Auch Kopfschmerzen sind keine Seltenheit.

Sexualität

Die Produktion von Sexualhormonen wird gedrosselt. Deshalb ist bei Stress das sexuelle Verlangen stark reduziert. Auch andere Hormone können aus dem Gleichgewicht geraten.

Stoffwechsel

Als Stressreaktion wird die Verdauung reduziert oder ganz abgeschaltet. Die Folge können starker Harn- und Stuhldrang sowie plötzlicher Durchfall sein. Außerdem wird der Speichelfluss reduziert. Die Folge ist ein trockener Mund. Bei chronischem Stress ist auch ein Reizdarm möglich.

Psychische Anzeichen für Stress

Angst und Hilflosigkeit

Zu Gefühlen von Angst und Hilflosigkeit kann es kommen, wenn die eigene Leistung nachlässt. Man sieht sich beispielsweise nicht mehr in der Lage, den eigenen Beruf und andere Aufgaben zufriedenstellend auszuführen. Die Angst kann in einer möglichen Kündigung bestehen. Das erhöht den Druck zusätzlich. Auch andere negative Emotionen wie Unsicherheit, Panik, Lustlosigkeit und Depression können auftreten.

Ärger und Wut

Häufig kommt es zu negativen Gefühlen wie beispielsweise Ärger und Wut. Dafür gibt es mehrere Gründe. Einerseits der Ärger über sich selbst, da die eigene Belastbarkeit und Leistung abnimmt. Aber auch der Wut über andere, beispielsweise aufgrund fehlender Anerkennung und Druck.

Konzentrationsprobleme

Auch Probleme mit der eigenen Fähigkeit zum konzentrierten Arbeiten treten häufig auf. Das ist eine Folge davon, dass bei Stress die Sinne nach außen gerichtet sind. Das Denkvermögen ist somit gestört. Weitere mögliche Probleme sind Vergesslichkeit und kreisende Gedanken.

Mental

Auf der mentalen Ebene kommt es bei Dauerstress oft zu Selbstkritik, Selbstzweifeln sowie nachlassender Motivation und Selbstreflexion.

Nervosität

Bei Stress kommt es häufig zu Nervosität, innerer Unruhe und Hektik. Bei chronischem Stress wird das zu einem Dauerzustand und man kann geistig kaum noch oder gar nicht mehr zur Ruhe kommen.

Verhalten

Bei chronischem Stress neigen Betroffene oft zu einem Suchtverhalten. Auch Unruhe, Multitasking, Gleichgültigkeit und Gereiztheit kann von außen beobachtet werden.

Tipp: Eigene Stressreaktion herausfinden

Eigene Stressreaktion herausfinden

Die Stressreaktion ist von Person zu Person unterschiedlich. Daher lohnt es sich, die eigene Reaktion auf Stress zu kennen. Dadurch kannst du die ersten Anzeichen von Stress als Warnsignal nutzen, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Bei vielen Menschen beginnt eine Reaktion auf Stress mit Bauchschmerzen, gesteigertem Harndrang und der Anspannung von Muskeln. Letzteres äußert sich häufig in nach oben gezogenen Schultern und einem verspannten Kiefer. Verspannungen in Schultern und Nacken kommen bei Stress oft vor.

Maßnahmen gegen Stress

Mögliche Maßnahmen gegen den aufkommenden Stress sind unter anderem Entspannungsübungen. Dazu gehören Meditation, Autogenes Training und die Progressive Muskelentspannung. Auch die Beschäftigung mit dem Thema Resilienz lohnt sich. Damit kannst du deine Widerstandsfähigkeit gegenüber Stress spürbar verbessern.

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